Stefan Zahn kandidiert für den Frauenfelder Stadtrat. Bild: Nico Wrzeszcz
29.10.2026 06:00
«Die Stadt ist im Blindflug unterwegs»
Unternehmer Stefan Zahn möchte in den Frauenfelder Stadtrat - Sein Motto: Dem Stadtrat auf den «ZAHN» fühlen
Stefan Zahn ist Frauenfelder durch und durch. Der Unternehmer sass von 2011 bis 2015 im Gemeinderat, nun will er den nächsten Schritt gehen. An den bevorstehenden Wahlen im Februar will er in den Stadtrat gewählt werden.
Frauenfeld Der Stadt Frauenfeld gehe es aktuell nicht gut. Von Seiten der Stadt werde öffentlich mit Bürgern und dem Gewerbe gestritten, es gebe Leserbriefe, in denen öffentlich gegen den Stadtrat geschossen würden. «Der Stadt muss geholfen werden, frei nach der Devise «liefere statt lafere», sagt Stadtratskandidat Stefan Zahn (SVP). Die Stadt sei im Blindflug unterwegs. «Man geht Investitionen an, ohne eine richtige Übersicht zu haben, wie viel man denn überhaupt ausgeben kann. Mein Ziel im Stadtrat ist es, die Stadt vom Blind- in den Sichtflug zu steuern.»
Keinen finanziellen Risiken eingehen
Von Unternehmerseite sei er es gewohnt, mit Problemen umzugehen und Lösungen zu suchen. «Als Geschäftsführer kann ich auch nur das Geld ausgeben, was mir zur Verfügung steht.» Er sei der Ansicht, dass die Unternehmer und das Gewerbe im Stadtrat bisher viel zu kurz kämen. «Ein starkes Gewerbe und eine gesunde Industrie schaffen und unterhalten Arbeitsplätze. Gleichzeitig generieren sie Steuereinnahmen für die Stadt», betont Stefan Zahn. Man müsse in Zukunft bei den Finanzen sehr aufpassen. Es gelte, Projekte anhand ihrer Finanzierbarkeit abzuwägen und eventuell auch zu stoppen oder zu verzögern.
Neben den Finanzen verfolgt Zahn auch intensiv die Ziele Sicherheit, Familien- und Vereinsleben sowie Mobilität und Verkehr. Vor allem der Bereich Sicherheit sei für ihn ein grosses Anliegen. «Ich möchte es schaffen, dass man sich zu jeder Zeit am Bahnhof sicher fühlen kann. Denn ich habe nun schon vermehrt gehört, dass das Sicherheitsgefühl am Bahnhof verloren ging.» Die Sicherheit in der Stadt dürfe kein Luxus werden.
Im Bereich Familien- und Vereinsleben hat Stefan Zahn auch eine klare Meinung. «Die Vereine sind das Herz der Stadt, die Familien die Zukunft. Das gilt es zu schützen und zu unterstützen.» Gerade die vielen Vereine, egal ob Sportvereine oder andere Bereiche, leisteten viel unbezahlte Freiwilligenarbeit. «Die Stadt muss mehr mit den Vereinen sprechen. Ich selbst war langjähriger Präsident des Tennisclubs Rüegerholz und habe die teils mangelnde Kommunikation zwischen Stadt und Vereinen selbst miterlebt.»
Gewerbe unterstützen
Im Bereich Mobilität und Verkehr sieht Stefan Zahn die Stadt ebenfalls in der Pflicht. «Die Innenstadt muss auch in Zukunft erreichbar bleiben. Wir dürfen nicht noch mehr Parkplätze vor den Geschäften hergeben.» Wenn es vor einem Laden keine Parkplätze gebe, würden die Kunden woanders hinfahren. Darunter leiden die Läden und am Ende die Innenstadt an Leben. Man müsse sich zudem entscheiden, wo man Begegnungsorte schaffen wolle. «Die Stadt hat mit der Stadtkaserne ein grosses Potenzial. Man sollte sich auf einen Begegnungsort für die Bevölkerung konzentrieren und nicht mehrere Baustellen gleichzeitig schaffen.»
In der Politik gebe es drei simple Regeln: «Ich sage, was ich weiss. Ich tue, was ich sage. Und ich kann selbst sein, was ich tue. Nach diesen Regeln politisiere ich», betont Zahn. Die politischen Abläufe der Stadt seien ihm durchaus bekannt, schliesslich sass er schon für vier Jahre im Gemeinderat. Schon zu seiner Zeit im Parlament sei das Verhältnis zum Stadtrat nicht sehr gut gewesen. «Die Beziehung zwischen diesen beiden Gremien ist verbesserungswürdig. Auch das ist etwas, was ich als Stadtrat angehen will.»
Breites Wahlkampfteam
Stefan Zahn bestreitet den Wahlkampf für das Stadtratsamt keinesfalls allein. Hinter ihm ist ein breites Wahlkampfteam aufgebaut. «Alle Personen, die angefragt wurden, haben zugestimmt. Und es handelt sich dabei nicht nur um SVPler. Ich habe in meinem Wahlkampfteam die Unterstützung von der Mitte, FDP oder auch EVP.» Eine grosse Unterstützung ist dabei Wahlkampagnenleiter Christoph Tschanen, ebenfalls alt Gemeinderat SVP, Roland Wyss, Gemeinderat EVP, oder mit Hanspeter Gubler der letzte Stadtratskandidat der SVP.
Aus den Erfahrungen vom letzten Wahlkampf habe man gelernt. «Ich wusste, dass wir es anders angehen müssen, als bisher. Gerade in den Städten ist es für die SVP immer schwer in die Exekutive zu kommen, auch wenn der Stadtrat eine Personenwahl ist. Uns war daher klar, dass wir uns im Wahlkampfteam überparteilich aufstellen müssen.» Man habe im Team die verschiedenen Ressorts gut aufgeteilt und greife auf die Erfahrungen aller Beteiligten zurück, eine bürgerliche Alternative zu sein, reiche allein nicht.
Richtiger Zeitpunkt für eine Kandidatur
In der jüngeren Vergangenheit sei Stefan Zahn immer wieder darauf angesprochen worden, ein wählbarer SVP-Kandidat zu sein. Seine Bereitschaft sei ein laufender Prozess gewesen. «Die Aufgabe als Stadtrat hatte mich schon immer gereizt. Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass erst jetzt der richtige Moment dafür gekommen ist.» So habe er die nötige Zeit gebraucht, um in seiner Firma die Aufgabenverteilung aufzugleisen und die künftige Nachfolge perfekt vorzubereiten. «Diese positive Entwicklung im Betrieb war mit sehr wichtig.» Als Stadtrat wolle Stefan Zahn allen zuhören, das sei in der Politik, wie auch in seiner Arbeit als Geschäftsführer wichtig. «In Mitarbeitergesprächen bin ich auch derjenige, der meinen Mitarbeitern zuhört und auf ihre Wünsche, wie auch die der Kunden, einzugehen.»
Von Nico Wrzeszcz