07.05.2026 13:30
«Wichtiger Standortfaktor für die Stadt Frauenfeld»
Weiterbetrieb nur mit Sanierung möglich - Stimmvolk entscheidet am 14. Juni über den Gesamtkredit
Das Casino Frauenfeld ist in die Jahre gekommen. Bereits im Jahr 2023 wurde über einen Verkauf abgestimmt, dieser wurde damals durch das Stimmvolk abgelehnt. Nun soll die Liegenschaft für 19,5 Millionen Franken umfassend saniert werden.
Frauenfeld Am Dienstag fand im Casino Frauenfeld eine Infoveranstaltung statt, an der der Stadtrat über die Volksabstimmung vom 14. Juni informierte. Bereits am Vormittag wurde an einer Medienkonferenz über die Inhalte informiert. «Das Casino ist als hochwertiger Mehrzwecksaal für das städtische Leben unverzichtbar», erklärte Stadträtin Barbara Dätwyler. Eine Machbarkeitsstudie habe gezeigt, der aktuelle Standort sei am besten für einen Stadtsaal geeignet. Doch wegen zahlreichen Sicherheitsmängeln dürfe das Casino seit dem 1. Januar 2026 nur noch eingeschränkt mit einer Kapazität von 350 Personen genutzt werden.
Kulturelles Zentrum erhalten
Stadträtin Regine Siegenthaler verwies auf die Geschichte des Casinos. «Seit Generationen ist es mehr als nur ein Veranstaltungsgebäude. Es ist ein Saal voller Erinnerungen, ein Ort des gemeinsamen Feierns, Lachens und Diskutierens.» Der Sanierungsbedarf sei hoch, es gebe viele Sicherheitsmängel, zudem ist der Betrieb stark eingeschränkt. Der Volksentscheid von 2023 habe gezeigt: «Das Casino gehört der Stadt. Wir wollen dieses nun gezielt, nachhaltig und verantwortungsvoll wieder fit machen», so Siegenthaler weiter. Dazu gehören einige bauliche Massnahmen, darunter eine Erneuerung der Fassade, der Haus- und Bühnentechnik, der sanitären Anlagen sowie der Garderoben. «Aufgrund der Feuerschutzkontrollen im Dezember 2023 wurde der Handlungsbedarf deutlich. So dürfen etwa im Foyer keine Apéros durchgeführt werden, zudem sind zusätzliche und breitere Fluchttreppen erforderlich», betonte Andrea Hofmann Kolb.
Terminplan mit Unterbruch
Die Abstimmung über den Gesamtkredit ermögliche eine Zeitersparnis von rund einem Jahr. «Nach der Volksabstimmung läuft der Projektwettbewerb, zwischen 2027 und 2028 soll das Projekt erarbeitet werden. Während der Bauausführung von 2029 bis 2031 kommt es zu einem zweijährigen Betriebsunterbruch», blickte die Stadträtin voraus. Eine Ablehnung der Vorlage hätte grosse Auswirkungen. So seien ohnehin Sofortmassnahmen in den Bereichen Brandschutz und Erdbebenertüchtigung nötig. Zudem würde ein fortlaufender Unterhalt erfolgen, der wiederkehrende Betriebsunterbrüche mit sich führen würde.
Stadtrat Stefan Leuthold führte aus, dass eine Sanierung die technischen und betrieblichen Abläufe verbessern würden. «Mit einer Sanierung ist eine höhere Effizienz möglich, zudem schaffen wir erweiterte Nutzungsmöglichkeiten. Eine moderne Infrastruktur bietet zudem bessere Bedingungen fürs Publikum sowie Künstlerinnen und Künstler.» Eine umfassende Sanierung sei mit entsprechenden Kosten verbunden. So habe der Gemeinderat den ursprünglichen Gesamtkredit von 27,5 Millionen Franken auf 19,5 Millionen Franken reduziert. «Zwar steigen die jährlichen Kosten nach der Sanierung auf eine Million Franken an. Dazu muss man auch sagen, dass in den letzten Jahren wenig bis gar nichts investiert wurde», erklärte Stadtpräsident Claudio Bernold. Bereits neun Millionen Franken sind über eine Vorfinanzierung gesichert. Dadurch könnten die jährlichen Abschreibungen reduziert werden. Zudem erwarte der Stadtrat keine Auswirkungen auf den Steuerfuss.
Von Nico Wrzeszcz