V.l. Stadtpräsident Claudio Bernold, Oberst i Gst Pascal Muggensturm, Kommandant Waffenplatz Frauenfeld, und Stadträtin Andrea Hofmann Kolb vor dem alten Stadtbusdepot. An der Grossen Allmend soll ein Neubau entstehen. Bild: Nico Wrzeszcz
26.08.2026 10:13
Werkhof und Stadtbusdepot brauchen dringend einen Neubau
Ende September wird über eine mögliche neue Lösung abgestimmt. Der Werkhof und das Stadtbusdepot sind nicht mehr zeitgemäss und sollen einem Neubau weichen. Dafür will die Stadt Frauenfeld Land kaufen.
Frauenfeld Die Betriebe des Werkhofs und des Stadtbusdepots stossen an ihrem Standort an der Gaswerkstrasse an ihre Kapazitätsgrenze. «Der heutige Standort ist sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den gesetzlichen und betrieblichen Ansprüchen», erklärte Stadtpräsident Claudio Bernold. Eine Sanierung wäre teuer und würde die betrieblichen Probleme dennoch nicht lösen. Deshalb lautet das Ziel: ein neuer Standort für den Werkhof und das Stadtbusdepot.
Areal an der Grossen Allmend
Für den neuen Standort sei eine zeitgemässe, effiziente Infrastruktur geplant. «Am neuen Standort auf der Grossen Allmend wollen wir Raum für zukünftige Entwicklungen wie Elektrifizierung oder ein allfälliger Ausbau der Busflotte schaffen. Zudem wollen wir den Mitarbeitenden eine moderne Infrastruktur bieten.» Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts sei, die Innenstadt vom Werkverkehr und dessen Emissionen zu entlasten. Zudem könne an der Murg neuer Lebens- und Wohnraum entstehen. «Das ist für die Stadt Frauenfeld eine einmalige Chance. Die zentrale Lage am heutigen Standort bietet ein enormes Entwicklungspotenzial und kann der Stadt zusätzliche Einnahmen bringen», so Bernold.
Der zweckmässige neue Werkhof und das neue Stadtbusdepot sollen künftig zwischen der Autobahn A7 und der Pferderennbahn liegen. Dazu benötige es eine neue Zufahrtsstrasse, die Grosse-Allmend-Strasse. Dass Oberst i Gst Pascal Muggensturm, Kommandant des Waffenplatzes Frauenfeld, die neue Erschliessungsstrasse vorstellen darf, sei ein Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Frauenfeld und der Armee. «Die Waffenplatzstrasse ist im Besitz der Armee. Bei öffentlichen Veranstaltungen, wie etwa dem Zirkus oder dem Openair wird die Strasse teilweise gesperrt.» Um während den Sperrungen den Betrieb von Werkhof und Stadtbusdepot zu gewährleisten, sei die neue Grosse-Allmend-Strasse notwendig. «Die Lösung ist für alle ein Gewinn, die Armee ist auf die neue Parallelstrasse ebenso angewiesen wie die Stadt», so Muggensturm.
Potenzial des neuen Standorts
Das neue Areal biete nicht nur Platz für den Werkhof und das Stadtbusdepot, sondern verfüge zudem über Reserveflächen. «Die Feuerwehr könnte ab 2035 an den neuen Standort wechseln, Thurplus frühestens ab 2040», erklärte Stadträtin Andrea Hofmann Kolb. Im gleichen Atemzug würde das Areal an der Gaswerkstrasse frei, hier liege grosses Potenzial für eine hochwertige Wohn- und Mischnutzung. Dazu sei bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden. «Für die Stadt als Grundeigentümerin ist das Areal finanziell äusserst attraktiv und leistet einen wichtigen Beitrag zur Innenentwicklung.»
Zwei Abstimmungsfragen
Am 27. September stimmt das Frauenfelder Stimmvolk über die Vorlage ab. Darin geht es sowohl um den Landkauf, wie auch um den Planungs- und Projektierungskredit. «Das Stimmvolk entscheidet über den Landkauf der Parzellen 61488 für 6,6 Millionen Franken und 61492 für 1,6 Millionen Franken. Insgesamt kostet der Landkauf 8,3 Millionen Franken», sagte Hofmann Kolb. Hinzu kommen 2,7 Millionen Franken für den Planungs- und Projektierungskredit. Insgesamt stehen somit 11 Millionen Franken zur Abstimmung. Stadt- wie auch Gemeinderat empfehlen eine Annahme der Vorlage. «Bei einer Ablehnung würden die Kaufverträge aufgehoben, auch der Bau der Grossen-Allmend-Strasse wäre nicht möglich.» Zudem kämen auf die Stadt Frauenfeld zusätzliche Kosten für Unterhalt, Sanierung und Erweiterung des Werkhofs und Stadtbusdepots zu, alleine nur um einen Weiterbetrieb zu ermöglichen. Sollte nur der Landkauf angenommen werden, sei dies unvorteilhaft. «Wir würden durch die fehlende Planung wertvolle Zeit verlieren, es käme zu einigen Verzögerungen», ist sich Andrea Hofmann Kolb sicher.
Stadtrat empfiehlt Ja
«Der heutige Standort entspricht weder den betrieblichen Anforderungen, noch der angestrebten städtebaulichen Entwicklung», fasste Stadtpräsident Claudio Bernold nochmals zusammen. «Der neue Standort bietet optimale Bedingungen für den Werkhof, das Stadtbusdepot und auch zukünftige Entwicklungen. Die Aussiedlung ist zudem eine notwendige Investition in die langfristige Sicherung der städtischen Infrastruktur.» Eine Aussiedlung spiele ausserdem wertvolles Entwicklungspotenzial für Wohnen und Arbeiten frei. «Für den Stadtrat ist klar: der heutige Standort hat keine Zukunft. Am neuen Standort können wir mit dieser vorausschauenden Investition optimale Bedingungen schaffen.»
Von Nico Wrzeszcz